06.-07.06.2015 - Swiss 500 Miles

2015 500SwissDie Geschichte der Swiss 500 Miles: Wie bereitet man einen Newbie optimal vor, oder
Schweiz klar vor Italien!

Der Zufall wollte es so. Am Freitagabend noch fand das Friends-Meeting in der Sonne statt. Mit von der Partie: Alle vier Teilnehmer des anstehenden Weekends sowie Nicole und Christian obendrauf. Dominique hatte verständlicherweise noch die eine oder andere Frage zum Run. Er wurde bestens aufgeklärt. Da ging es um genug zu trinken, wärmende Bekleidung für die Nacht, Regenzeugs welches dicht hält, über genügend Schlaf im Vorfeld bis zu «Hallowach» um durchzuhalten. Ausserdem erfolgte noch der Hinweis, dass ein Newbie einerseits für alle die ersten Wegbeschreibungen vor dem Start beschaffen muss und er zusätzlich noch eine schöne Etappe in der Nacht den Lead zu übernehmen habe. Ohne Verfahren natürlich – versteht sich…
Nun – etwas nervös war er dann schon. So wird er dann am folgenden Tag davon berichten, dass er nicht wirklich problemlos durchgeschlafen hatte.
Treffpunkt Rheinfelden – next Stop Bächli, Dietikon. Das Wetter ist prächtig, die Stimmung gut und gemütlich gehen wir das Ganze an. Eine gewisse Routine hilft. Nach Übernahme des «Bhaltis-Sacks», T-Shirt sowie der ersten Wegbeschreibung zum Start genehmigen wir uns einen ersten Drink – Cola unsere Wahl. Posieren vor dem Bächli-Hot-Rod tun wir auch noch, bevor die Badi Sempach angesteuert wird. Viel Betrieb herrscht hier, wir machen es uns gemütlich im Restaurant und stärken uns für das, was noch kommt. Den Wetterfrosch gibt Beat, welcher immer mal wieder das Wetter-Radar beobachtet und gleich noch mitteilt, dass, wenn wir dort und dort durchfahren, es trocken bleiben könnte, es aber dort oder dort auch ziemlich laut-nass, sprich gewittrig werden kann.
Nächster Halt: Restaurant Berghaus Oberbölchen oberhalb Eptingen. Dass es nicht so ganz einfach ist, wenn man die Gegen kennt, beweist LX, welcher vorderhand den Lead inne hat. Mitten im Wald bei Anwil stockt der Verkehr, da auf der Beschreibung steht: R bei der Tafel Willkommen im Baselbiet, bei T-Kreuzung R, … Rechts bei der Tafel geht’s aber lediglich auf einen Parkplatz. Da Richtung links Stau herrscht, führt er uns geradeaus nach Ormalingen, bevor er wieder den Weg Richtung Anwil – Oltingen einschlägt. Ein paar Zusatzkilometer sind das schon mal, aber wir kommen wieder auf den richtigen Weg. Gross der Schreck für die Übrigen, als LX vermeintlich den Abzweiger in Läufelfingen Richtung Eptingen „verpasst“. Er fährt weiter, der Rest wild gestikulierend zögerlich hintennach. Endlich setzt der Leader den Blinker rechts – zur Tankstelle. Leer nach 385 Kilometern war der Grund für diesen kleinen Umweg. Uff…
Ab dem Oberbölchen dann weiter zum Puntruter-Zipfel. Unterwegs im Zentrum Laufen eine Kreiseleinlage bevor es hoch nach Röschenz und weiter über die Internationale geht. Vor dem Einnachten fahren wir motorradtechnisch prächtigste Strecken, die Zeit vergeht wie im Flug. Beim Hotel du Doubs in Goumois meldet sich dann ein erstes Mal Hicks mit dem Hinweis, dass seine Sitzmöglichkeit wohl nicht so optimal sei, für solche Distanzen. Immerhin hatten wir schon 286 Kilometer gefahren (…).
Das Nachtessen genehmigen wir uns in der Auberge de Prévoux bei Le Locle. Unscheinbar von Aussen, machen uns die 14 Gault Millau-Sterne auf dem Schild gleich ziemlich gluschdig. Rognons de veau steht da auf der Karte und wenn man die Übersetzung auf Deutsch gerade nicht präsent hat, gibt’s Kalbsnierli. Nicht von allen geliebt, aber immerhin 14-Sterne-mässig produziert und serviert. Auf der Weiterfahrt übernimmt dann Beat mal die Spitze und auch Zwärg probierts, allerdings nur für kurze Zeit, zuwenig geben seine Scheinwerfer her, um zügig und sicher über die Strecke zu führen. Auch Hicks hat den Road-Captain gemimt, mit bestem Erfolg. Und die Gewitter? Wir sehen diese und hören diese vor allem auch. Aber ausser einem kurzen, vielleicht 10-Minütigen Spritzer bleiben wir trocken. Noch im Welschland und vor dem Jaunpass bei Kilometer 454 begegnen wir am Kontrollposten «l’Auberge de l’Étoile» zwei hübschen Ladies, welche irgendwie angezogen und irgendwie doch wieder nicht sind. Ein Bodypainter führt seine Kunst vor und auch wenn die Uhr 00.53 anzeigt, ist man(n) irgendwie wieder wächer, wie auch schon. In der Fotogalerie sind die beiden Hübschen für die Nachwelt konserviert.
Dass es in den Bergen ziemlich feucht zu und her gegangen sein musste, erlebten wir in der Folge auf schmalen Strassen durch Waldgebiet oberhalb des Thunersee: Hier liegt ziemlich dicht Grünzeugs auf der Strasse, sodass das Tempo angepasst werden muss. Da wir aber immer zeitlich bestens liegen, ist auch dies kein Problem. Am Posten Unterlangenegg, welcher von 04.00 bis 08.00 offen ist, fahren wir um 04.24 Uhr ein. Also über 3 ½ Stunden Vorsprung auf den Postenschluss. Keine Stunde später erwacht der neue Tag – jeweils ein absolutes Highlight auf den 500 Miles!
Am Posten «Vordemwald» gibt’s ein Mini-Zmorge – Kaffee und Nussgipfel oder Schneck. Dieses wird von Hicks stehend verpflegt – sein Allerwertester zeigt «Ermüdungserscheinungen mangels Dämpfung». Auch der zweite Fat Boy-Treiber fand, dass er nun schon genügend lange gesessen sei. Die Postergruppen-Touris machen’s sich gemütlich. Bei der Krone in Gipf-Oberfrick treffen wir um 08.12 ein – Postenöffnung um 08.15 und beim letzten Kontrollposten in Waldshut-Tiengen sind wir zu einem längeren Halt gezwungen. Zuwenig Pause gemacht und zuwenig verfahren, dann genehmigen wir uns halt noch einen. Enden tut unsere Fahrt um 10.13 Uhr in Bülach, wo Hicks sichtlich stolz seinen ersten, Zwärg seinen vierten sowie Beat/LX ihren 5-er-PIN in Empfang nehmen.
Auf der Heimfahrt folgt der obligate Stop bei schönstem Wetter in Eiken, bevor sich die Gruppe trennt. Unsere 500 Miles präsentierten sich in etwa so:

843 km, n/a

Wiederum ein geniales Erlebnis und kein Vergleich mit den 500 Miles in Italien. Bis auf ein/zwei falsche Wegweisungen und bis auf eine gesperrte Brücke war wieder alles bestens organisiert. Und für einmal war gar die erste Etappe auch nicht allzu schlimm, obwohl um die 500 Harley am Start standen. Die nächsten 500 Miles können kommen: In der Schweiz am 11./12.06.16! Irgendwie kann ich’s kaum erwarten…