16-17.06.2018 - Swiss500Miles

stelvio

Manchmal muss man etwas immer wieder tun. Zum Beispiel Harleyfahren.

Und wenn's passt, dann darf es auch ein wenig dauern, bis man wieder zuhause ist. Dies dachten sich wohl Cowboy und LX, als sie sich am Samstagvormittag in den Sattel schwangen. Vorerst musste der Prolog-Start zu den Swiss500Miles anvisiert werden, beim Bächli in Dietikon. Daselbst unterschreiben wir den Haftungsausschluss, bevor wir T-Shirt und Sponsoren-Bag sowie die erste Routenbeschreibung fassen. Dann besichtigen wir die vielen Custom-Bikes und verweilen noch im Schatten bei einem Getränk.

Jetzt werden Kennzeichen sowie Kilometerstand abgelesen, im Road-Book eingetragen und los geht's. Mit der Information, dass die Strasse "X" gesperrt ist und man einfach «Zürich» folgen soll, was so natürlich nicht auf der Beschreibung steht, geht es einmal mehr über Umwege nach Greifensee, wo wir planmässig als beinahe Letzte eintreffen. Da in Blocks gestartet wird, können wir so ganz gemütlich das Feld von Hinten aufrollen. Das Gewusel beim Start hält sich so in Grenzen. Beim ersten Kontrollposten allerdings steht eine elend lange Schlange, was wiederum dazu beiträgt, dass in der Folge nicht allzu dicht gefahren werden muss. Ein erster Höhepunkt war dann die Durchfahrt durch den Event «Appezölle Biker-Tröffe», wo wir frenetisch vom feiernden Publikum beklatscht wurden. Die Durchfahrt durch die Event-Hall, ein (krachendes...) Erlebnis.

Je länger der Abend, desto einsamer sind wir unterwegs. Es sei denn, es überkommt uns. Dann fahren wir mal für mal auf eine Gruppe, oder ein Grüppchen auf. Blinker links setzen... und tschüss... Da wir im Zweierteam unterwegs sind, geht natürlich auch tanken, Kontrollstempel fassen, Nachtessen ziemlich zügig, sodass wir uns bald dem Mittelfeld nähern. Im Restaurant «Olympia» bestellen wir das Abendessen. Gestärkt, LX nun mit montierten Linsen, pöttern wir weiter hinaus in die Nacht. Und so sah der Run insgesamt aus:

875.6 km, 15:35:36


Ein Passübergang folgt dem nächsten, um 00.55 stehen wir auf dem Stilfserjoch. Die Uhrzeit hat auch eine gute Seite: Mit Gegenverkehr musste nun wirklich niemand rechnen, die Spitzkehren konnten ausholend angefahren werden. Herrscht Hochbetrieb, so kommt man bei Gegenverkehr nicht umhin, zu warten, bis dieser passiert hat, oder dieser selbst wartet. Auf dem zweithöchsten, asphaltierten Alpenpass ist es um diese Uhrzeit ziemlich frisch. Gut, hatten wir uns nach dem Nachtessen eine zusätzliche Schicht übergezogen. Übrigens: bebildert ist das Ganze auch noch. Als nächstes Highlight folgt dann ein elend langer Tunnel bevor wir Tirano erreichen. Durch das Puschlav erreichen wir St. Moritz. Am Silsersee ein nächster Posten, wo wir entscheiden müssen, entweder 5/4 Stunden zu warten, bis der Splügen öffnet (Nachtsperre infolge Steinschlag bis 0500 Uhr), oder den Umweg über den Julier, Savognin, Thusis, durch die Viamala hoch nach Splügen. Über eine Stunde warten zu nachtschlafener Zeit kann sehr ermüdend sein. So nahmen wir in Kauf, dass unser Tacho schliesslich am Ziel einige Kilometer zuviel drauf hat. Die Zeit war nun gekommen, wo wir den neuen Tag begrüssten. Als viertem Land statteten wir noch dem Fürstentum Liechtenstein einen Besuch ab. Luziensteig wurde passiert, jene Stelle, wo LX vor 38 Jahren damit begann, selektiv zuzuhören. Durch's Toggenburg und den Thurgau fahren wir schliesslich dem Ziel in Bülach entgegen, wo wir unseren 8. Pin entgegennehmen durften. Nach 919 Kilometern (die Angabe bei der Karte ist kürzer, weil die Route volumenmässig für die Publikation eingedampft werden muss) und trotzdem schon um 10:50 Uhr. Und noch was für die Statistiker: Wir schraubten uns insgesamt 22992 Meter in die Höhe und 22960 Meter wieder hinunter und die Durchschnittsgeschwindigkeit, wenn wir fuhren, betrug 55.6 Km/h. Also ziemlich gemütlich.

Der strengste Teil - wie immer - die Heimfahrt. Da Cowboy nach am selben Tag nach Thun wollte (... musste, da Arbeitsbeginn am Folgetag am frühen Morgen), begleitet ihn LX noch bis Gunzgen Nord, wo ein letzter Verpflegungsstopp eingeschaltet wird. Ein herzlicher, letzter Gruss - tolles Abenteuer, einmal mehr.

 

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