10-14.09.2018 - Route des Grandes Alpes

2018 GrandesAlpes

Fünf dachten sich, die Pneus an den Bikes sollten noch etwas rund geschliffen werden.

Schon an der GV im Januar wurde das Datum gefixt, das Wetter bestellt, die Anmeldung eröffnet. Und so ergab es sich, dass am 10. September LX, Zwärg, Shark, Slim und Lorenz ihre Tourer zum Gunzi nach Sissach bewegten, um zu starten, was von langer Hand geplant war. Nochmals die Französischen Alpen abfahren. Diesmal möglichst original auf der Route des Grandes Alpes. So starten wir also die erste Etappe, nachdem der Kaffee- und der Zuckergehalt auf ein vernünftiges Niveau gebracht worden sind. Am ersten Tag fuhren wir nach La Clusaz. Bis Spiez bevorzugten wir die Autobahn, damit das Mittelland zügig hinter uns gelassen werden konnte:

335.9 km, 08:53:18

Anschliessend folgt das Simmental, der Col des Mosses (1445 M.ü.M.), bevor bei Aigle ein erster Stop angesagt war: Slims Street Glide SE meldete «wenig Luft». Gleich hinter Monthey der Anstieg in Richtung Landesgrenze. Dann stehen wir vor einer Strassensperre: Geschlossen von Montag 0830 bis Freitag 1600! Unser Road Captain LX hat eine Karte dabei, anhand welcher wir den Umweg planen können. Der nächste Pass ist der Col du Corbier (1235 M.ü.M.). Wir geniessen einen ersten prächtigen Ausblick. Auf der weiteren Fahrt passieren wir noch den Col de la Colombière (1613 M.ü.M.) um schliesslich La Clusaz mit unserer ersten Loge, dem «Alpen Roc», anzusteuern. Dort wird das Gepäck deponiert, unsere Mopeds garagiert, unsere Seele im Pool gewaschen, damit wir uns schliesslich im «La Scierie» verwöhnen lassen. (Lediglich die Website ist nicht das Gelbe vom Ei...).

Der Dienstag bringt uns das, was wir lieben: Kurvenreiche Strecken, schönste Panoramen - Genuss pur «on two wheels». So lassen wir unsere Pferdchen flott galoppieren. Auch den einen, oder anderen «Col» überwinden wir. Beginnen tun wir mit dem Col des Aravis (1487 M.ü.M.), gefolgt vom Col du Méraillet (1605 M.ü.M.) am schönen Lac de Roselend, wo wir einen prächtigen Ort für einen Einkehrschwung finden. Cormet de Roselend (1967 M.ü.M) heisst der nächste Übergang. Wir fahren entlang des Lac du Chevril um danach in Val d'Isère zu tanken damit wir gut über den geografischen Tour-Höhepunkt, den Col de l'Iseran (2770 M.ü.M. - der höchste, beidseitig befahrbare Alpen-Pass überhaupt) kommen. Der Col de la Madeleine ist mit 1746 M.ü.M. wieder eher ein niedriger, aber nicht minder reizvoller Pass. Als nächsten passieren wir den Col du Télégraphe (1566 M.ü.M.), den Col du Galibier (2642 M.ü.M.) und den Col du Lautaret (2058 M.ü.M.). Nach dieser 8-Pässe-Strecke erreichen wir Briançon, wo wir uns im «Parc Hotel» niederlassen. Dies allerdings erst, nachdem LX die beiden anderen Road Captains wieder eingesammelt hatte. Im Hotel selbst wollten wir nicht zu Abend essen. So machten wir uns auf die Suche und wurden dann im zweiten Anlauf fündig. Im «Le Club» wurden wir satt, besiegten den Durst und genossen den Abend.

281.3 km, 09:43:14

Auch am Mittwoch standen ein paar Übergänge auf dem Programm: Col d'Izoard (2360 M.ü.M.) war der Erste. Bis dieser allerdings erklommen werden konnte, mussten nochmals Road Captain's eingefangen werden. Der Grund: Ein Wochenmarkt versperrte unsere geplante Route gleich mehrfach, sodass LX in Front zu einer veritablen Irrfahrt ansetzte, was wiederum dazu führte, dass die Gruppe auseinander fiel. Schliesslich konnten alle wieder auf die richtige Strecke gelotst werden. Uff...
Mit dem Col de Vars (2110 M.ü.M.) enterten wir einen nächsten Aussichtspunkt, Col de la Cayolle (2326 M.ü.M.), Col de la Couillole (1678 M.ü.M.), Col St Martin (1500 M.ü.M.), Col de Turini (1604 M.ü.M.) folgten, bevor wir am Mittelmeer Menton und unser «Hotel Méditerranée» anfahren können. Daselbst gibt es allerdings keine Parkmöglichkeit, sodass wir unsere Dickschiffe in einem Parkhaus unterbringen müssen. Im Parkhaus dann gefühlt 40 Grad und dann noch der Rückmarsch ins Hotel - douchen obligatorisch. Das Nachtessen geniessen wir direkt an der Strandpromenade - wunderbar.

304.8 km, 09:46:23

Am Donnerstag dann - wie angekündigt - eher feuchtes Wetter, was dem Road Captain das eine, oder andere Schweissperlchen auf die Stirne trieb: Der montierte Michelin Commander II ist auf Nässe absolut unbrauchbar. Seis denn so, schon bald ausserhalb Menton wurde das Regenzeugs übergezogen und mit der nötigen Vorsicht begaben wir uns auf den Weg zurück in die Schweiz - Brig war das Ziel. Erst befahren wir aber den Col du Pérus (654 M.ü.M.), den Col de Brouis (879 M.ü.M.) und müssen dann vor dem Tunnel des Col de Tonde warten, bis wir weiterfahren dürfen. Da LX und Zwärg diese Route schon vor Jahresfrist befuhren, war klar, dass die längere Autokolonne vor dem Rotlicht überholt wird. Bei der Ampel schwenken wir dann wieder ein. Nach dem Tunnel können wir die Regenbekleidung wieder in die Koffer verräumen, die Sonne begrüsst uns auf der italienischen Seite. Hinter Cuneo entern wir die Autobahn, welche wir erst wieder bei Gravellona verlassen um schon bald den Simplon (2005 M.ü.M.) zu überqueren um nach Brig ins «Hotel Du Pont» zu gelangen. Dort werden wir mit perfekter Gastgeber-Kunst von A bis Z verwöhnt. Wer in der Gegend Brig übernachten will - bitte!

489.4 km, 08:37:46

Und schon bricht unser letzter Tourentag an. Den Grimsel (2165 M.ü.M.) befahren wir ebenso, wie den Brünig (1005 M.ü.M.), wobei unser Stop ausfällt, da die bekannte Beiz offenbar dicht gemacht hat. Am Lungernsee gibt es also eine nächste Zwipf. Über den Glaubenbergpass (1540 M.ü.M.) erreichen wir Entlebuch. Was danach folgt ist eine eigentliche Bauernhof-Kreten-Kurven-Tour, welche im «Isebähnli» zum letzten Halt führt.

245.2 km, 07:12:03

Yep, das war eine coole Tour! Beim Verabschieden keimte bereits die Hoffnung, dass es auch im 2019 eine mehrtägige, interessante Tour geben wird. Es gibt noch viele Ziele in Europa, welche angefahren werden können. Und es gibt da schon noch die eine, oder andere Idee....

Und, ein paar Fotos auch schon hochgeladen. Wir sehen uns...