30.7.-1.8.2011 - West Tour

Westschweiz-TourJetzt! Nei. Oder doch? Glaub nit. Doch jetzt! Doch nit. Has ghört ... So in etwa begann unsere Fahrt westwärts unserer Wohnorte. Und gewerweist wurde nicht darüber, ob wir jetzt einen Stopp einschalten sollten, sondern, ob sich nun doch etwa ein Tropfen auf unser Helmvisier verirrt hatte.

Hatte sich nicht! Aber mal ganz von vorne: Die ganze Woche über herrschte trübes, bis feuchtes Wetter vor und täglich wurden die Wetter-Apps auf den Phones mehrfach gedrückt. Es sollte reichen. Am Samstag wäre da noch mit einem Regensprutz zu rechnen, aber der Sonntag und vor allem der Nationalfeiertag soll bäumig werden.
Wir treffen uns beim Martin in Flüh. Kaffee und Gipfeli waren schnell gegessen und der Chef persönlich gab uns seine freudeidgenössischen Worte mit auf den Weg. Der erste Tag bot zum Einrollen moderate 250 Km und führte durchs Elsass über Les Rangiers und vier weitere Pässe nach Morges.
Schon bald ging es vom Einrollen zum zügigen Vorwärtskommen über und unvermittelt fand sich LX an der Spitze alleine auf weiter Flur. Gelegenheit, mal kurz anzuhalten und den Boiler zu kippen. Noch immer tauchten Rolli, Max, Tommy mit Evelyn nicht auf, sodass gewendet wurde. Keine zwei Kurven retour erschien dann die Truppe am Strassenrand, allesamt um Rollis neue Maschine gruppiert. Da hatten sich Teile verselbständigt und mussten wieder provisorisch fixiert werden. Aus früheren Schäden klug, führte der Präsi Kabelbinder und hitzebeständiges Klebband mit und so konnte nach kurzer Verzögerung die Fahrt fortgesetzt werden. Brandwunden an Rollis und Max’s Händen zeugten fortan vom heissen Infight. Jetzt konnte es weitergehen und flott fuhren wir gen Westen, dem immer helleren Himmel entgegen. Nach dem Mittagessen auf dem Mont Crosin (wir hatten alle artig ausgegessen…) war dann klar: Wir werden die Tour bei besten Wetterbedingungen fahren können. So schwangen wir durch den Jura über einsame Strässchen unserem Ziel, dem Hotel Du Mont-Blanc au Lac in Morges entgegen.
Am Zielort: Zimmerbezug und Apéro. Nachdem auch Susi ihr Power-Nap hinter sich hatte, genossen wir ein wunderbares Nachtessen in der Gartenbeiz. Danach war für die einen der Moment gekommen, sich in die Horizontale zu begeben. Andere wiederum probierten dann noch das nicht existierende Nachtleben zu entdecken, bis auch sie den Weg unter die Decke fanden.
Der Tag 2 begann mit einem formidablen Frühstück. Packen und los geht’s in Richtung Genf. Jetzt machten wir uns auf, die Savoyer Alpen zu entdecken. 7 Pässe und knapp 10‘000 Höhenmeter boten Fahrspass pur. Auf dem Col du Corbier trafen wir beim Mittagessen noch Jérôme, welcher die Tour am frühen Morgen in Stein begonnen hatte. Er verfügt über Ausdauer. Ohne Zweifel. Schrecksekunden dann auf der Talfahrt in Richtung Monthey, als ein BMW-Fahrer auf vier Rädern den Beweis erbrachte, dass auch ein Typ mit auf Erbsengrösse aufgeblasenem Hirn im Wallis Auto fahren darf. Der Schreck war gross, als er auf einer Strecke von mindestens 300 Metern, unübersichtlich und über die Sicherheitslinie auf der linken Seite mit vermutlich weit über 100 Sachen unsere Gruppe überholte und es dann nur ganz knapp schaffte, einen entgegen kommenden Motorradfahrer nicht frontal aufzuladen. Birreweich - halten wir fest.
Am Abend dann im Simmenhof konnten wir uns bei Speis und Trank entspannen und in schönen Hotelzimmern nächtigen.
Schneller, wie uns lieb war, brach der 3. Tag an. Er sollte uns durchs Simmental über den Brünig in die Innerschweiz und schliesslich wieder in heimische Gefilde führen. Ca. 280 Kilometer mit lediglich noch 3 Übergängen waren zu bewältigen und auch diese boten einiges für unsere Sinne. Schönste Landschaften, nun halt ein wenig mehr Verkehr wie auch schon, dafür auf dem Brünig Nusstangen frisch aus dem Ofen und noch immer heiss. Und heiss begehrt. Frisch gestärkt fuhren wir weiter in Richtung Innerschweiz. Das Timing für die Überfahrt von Beckenried nach Gersau konnte nicht besser sein. Die Fähre stand bereit und kaum 10 Minuten später stachen wir in See. In der Innerschweiz dann wird’s nochmals lustig: Vor einer eben geschlossenen Bahnschranke parkiert Max sein Bike und schlägt sich zwischen Holzstapel einer Sagerei. Kaum ist er verschwunden, kommt der Zug und schon geht die Barriere wieder hoch. Nur, der Max hat den Reisverschluss noch nicht hoch gezogen und so kam es, dass die Fahrt eigentlich frei wäre, würde da nicht eine prächtige Fat Boy im Wege stehen. Jérôme mit seinem Rettungs-Sanitäter-Gen realisiert die Situation rasch, parkiert sein Bike auf dem Trottoir und schiebt die Fat Boy zur Seite. So kommt alles wieder in den Fluss und nachdem der Fluss beim Max nicht mehr war, können wir auch wieder weiter pöttern. Im Aargau dann noch der Dessert-Stop mit dem wohl grössten Bananen-Split, den wir je zu Gesicht bekommen haben. Ein Bild davon und viele weitere andere Bilder finden sich in der Fotogalerie.
Wohl genährt, trocken und zufrieden, unfallfrei und fröhlich sind auch diese drei Tage Geschichte geworden. Ein weiteres Kapitel unserer Vereinsgeschichte ist geschrieben. Weitere dürfen folgen. An dieser Stelle bedanken wir uns einmal mehr bei fleissigen Knipsern. Es waren dies: Susi, Evelyn, Tommy, Max und LX.